Dringende Sanierungsarbeiten für Sylter Museen notwendig

Keitum. Wer mehr über die Insel erfahren möchte, kann im Sylter Heimatmuseum und im Altfriesischen Haus in die bewegte Geschichte des Eilands eintauchen. Seit über 100 Jahren machen die beiden Museen die Historie der Sylter erlebbar. Doch ganz schadlos sind die Jahre an den Gebäuden nicht vorbei gegangen. 1759 bzw. 1739 erbaut, nagt der Zahn der Zeit stetig an den ehemaligen Kapitänshäusern.

Ein Problem, das den Heimatverein Söl’ring Foriining als Betreiber der Heimatmuseen immer wieder beschäftigt. Um dem Verfall der Häuser entgegenzuwirken, wurde ein fachlich fundiertes und mit Zahlen unterlegtes Sanierungskonzept erstellt. Die Kosten für die Umsetzung dieses Plans schätzt der Verein auf rund 500.000 Euro.

In Sachen Renovierung der Sylter Heimatmuseen teilt der Sylter CDU-Bundestagsabgeordnete Ingbert Liebing mit, er habe in Berlin Gespräche aufgenommen, um eine finanzielle Unterstützung aus dem Bundeshaushalt zu gewinnen. »Es ist völlig klar, dass die Söl’ring Foriining die Sanierung der beiden Museen in Höhe von ca. 500.000 Euro nicht allein aus Eigenmitteln und Spenden finanzieren kann. Wenn der Verein in der Vergangenheit bereits seine regulären Vereinsaufgaben zu einem wesentlichen Teil aus Spenden finanzieren musste, war eine laufende Unterhaltung der beiden historischen Gebäude aus Eigenmitteln und Spenden schwierig. Deshalb ist es richtig, jetzt eine ordentliche umfassende Sanierung vorzunehmen, die für die nächsten Jahre Ruhe gibt. Ziel muss es sein, die historischen Friesenhäuser als Museen für die Öffentlichkeit in gutem Zustand zu erhalten«, erklärte Liebing. Maren Jessen, Vorsitzende der Söl’ring Foriining, betonte, dass die Schäden an den Häusern nicht durch Vernachlässigung oder Versäumnisse des Heimatvereins verursacht wurden. »Die Gebäude wurden immer gepflegt, aber sie sind über 250 Jahre alt, da ist es ganz normal, dass in regelmäßigen Abständen Renovierungsarbeiten nötig werden«, so Jessen. Mathias Lauritzen, Beisitzer im Vorstand der Söl’ring Foriining, betonte, der Vorstand sei sich einig, dass die notwendige Renovierungsarbeiten in jedem Fall durchgeführt werden sollen. Selbst wenn der Verein keine finanzielle Hilfe aus Berlin oder in Form von Spenden bekommen sollte, werde er Wege finden, die Sanierung finanziell zu stemmen.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, hat Ingbert Liebing Kontakt mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Staatsministerin im Bundeskanzleramt Prof. Monika Grüters, aufgenommen und ihr den Sachverhalt vorgetragen. Auch das Interesse des Berichterstatters seiner Fraktion für den entsprechenden Haushalt für Kultur, des Hamburger CDU-Bundestagsabgeordneten Rüdiger Kruse, hat Liebing nach eigenen Angaben wecken können. Kruse wird im April nach Sylt kommen und sich die beiden Museen und deren Sanierungsbedarf ansehen. Zu diesem Treffen sollen sich auch die Entscheidungsträger der Inselgemeinden und weitere potenzielle Geldgeber einfinden, denn: »Der Bund werde auf jeden Fall nur eine Teilfinanzierung leisten können«, so Liebing.

Besonders wichtig sei es für die erfolgreiche Bemühung um Bundesmittel, dass sich auch die Sylter Gemeinden zu dem Projekt bekennen und eine grundsätzliche Unterstützung und finanzielle Beteiligung in Aussicht stellen.