Menpower und Gänsehaut-Momente

Westerland. Es war ein Abend voller Emotionen: Lampenfieber, Gänsehaut, Melancholie, Spaß am Performen und schließlich Jubel.

Drei Bands und drei Solokünstler, darunter ausschließlich männliche Teilnehmer, standen am vergangenen Sonnabend im Congress Centrum Sylt beim 29. Henner-Krogh-Förderpreis auf der Bühne, mit dem Ziel, die über 400 Zuschauer und die fünfköpfige Jury zu überzeugen.

Als erster Teilnehmer ging Naqib Muradi ins Rennen, der seit 15 Monaten auf Sylt lebt. Musikalisch unterstützt wurde er von Mohammed Ratib (Percussion) und Reiner Brudnitzki (Gitarre). Für den richtigen »Punch« sorgten die fünf Jungs von Punchorello. Mit Rock-Musik vom Feinsten heizten sie dem Publikum so richtig ein. 18 Jahre jung und damit der jüngste Teilnehmer war Daniel Stahl. Unter dem Künstlernamen »Despair« gab er beim Henner-Krogh-Förderpreis sein Bühnendebüt und begeisterte mit zwei Eigenkompositionen und intelligentem Rap-Gesang samt eigenen Beats. Als Solokünstler mit jeder Menge Wortwitz präsentierte sich Ohrwurmuth alias Christopher Wormuth, der am Flügel drei selbst komponierte Songs zum Besten gab. Marco Böhm ging ebenfalls als Singer-Songwriter mit Eigenkompositionen an den Start. Für einen würdigen musikalischen Abschluss sorgte schließlich das Duo Chester. Raphael Berendes und Lennart Hauk sorgten mit Gitarre, Bass und Kazoos für den richtigen Beat.

Unterhaltsam und kurzweilig durch den Abend führten wie immer Sünje Goldbaum und Ron Glauth, allerdings auch diesmal froh, dass sie sich nicht für einen der Musiker entscheiden mussten. Die Qual der Wahl überließen die beiden einer fünfköpfigen Jury, bestehend aus der Kuratorin der Henner-Krogh-Stiftung Karen Eckert, Elke Wenning aus der Veranstaltungsabteilung des kursaal3 in Wenningstedt und den Musikern Lennart Salomon, Max Buskohl und Norman Keil. Sie kürten den Jungrapper Despair zum Sieger. Auf Platz zwei und drei schafften es Ohrwurmuth und Naqib Muradi. Mit dem Reinhard-Mey-Sonderpreis wurde Christopher Wormuth als Ohrwurmuth ausgezeichnet. Sein Song »Insel auf Sand« war für die Jury die beste deutschsprachige Eigenkomposition des Abends.

Im nächsten Jahr feiert der Henner-Krogh-Förderpreis seinen 30. Geburtstag. Gemäß dem Motto »nach dem Förderpreis ist vor dem Förderpreis« steht das Datum bereits fest. Am  3. Februar 2018 können Nachwuchsmusiker erneut ihre Können vor großem Publikum unter Beweis stellen.