Aufatmen in Keitum

Abriss der Thermen-Ruine ist in vollem Gang

Keitum. Wer in diesen Tagen am Grünen Kliff in Keitum unterwegs ist, wird Zeuge einer deutlichen Veränderung. Wo zehn Jahre lang die Keitum-Therme für Ärger sorgte, rollen jetzt die Bagger. Am vergangenen Mittwoch wurde mit dem Abriss der Ruine begonnen, um das Gebäude zu entfernen, das »als Schandmal der Insel« zweifelhafte Berühmtheit erlangt hat. Einst als Spa-Therme für ein anspruchsvolles Klientel geplant, gilt die Keitum-Therme heute als Paradebeispiel für gescheiterte öffentlich-private Partnerschaft. 15,5 Millionen Euro sind in den Bau geflossen. Ein Großteil davon Steuergelder. Doch bereits kurz nach Baubeginn gab es Probleme. Baugenehmigungen und wichtige Unterlagen fehlten. Es kam zum Streit zwischen Planungsbüro, Investoren, Baufirmen und Gemeinde. 2008 zog die Gemeinde die Reißleine und cancelte das Projekt.

Der Abriss ist nicht ohne Risiko, denn die Thermen-Ruine gilt als Beweisstück in einem laufenden Verfahren, bei dem der Bauunternehmer eine Entschädigung in Millionenhöhe fordert.

Zwei bis drei Monate sollen die Abrissarbeiten dauern, die vom Kommunalen Liegenschafts Management (KLM) geplant und organisiert wurden. Rund 300.000 Euro wird das Ganze kosten.