Thomas Landt im Interview

Vor Kurzem wurde der Kampener Künstlerwein 2017 gekürt. Wie in den Vorjahren hat ein Rotwein das Rennen gemacht. Neu hingegen ist, dass zum ersten Mal ein Kunstwerk eines noch lebenden Malers das Etikett der Flaschen zieren wird. Thomas Landt heißt der glückliche Auserwählte, der aktuell Kampens einziger aktiver Künstler ist. SYLT life hat den kreativen Kopf zum Interview getroffen.

Ihr Gemälde »Das können nur Deutsche im Watt sein« wird ab Ostern die 1000 Flaschen des limitierten Kampener Künstlerweins zieren. Damit reihen Sie sich in eine Liste hochkarätiger Vorgänger wie Sprotte und Nolde ein. Wie fühlt sich das an?

Ich fühle mich natürlich sehr geehrt, dass mein Gemälde ausgesucht wurde. Das Bild ist  im Herbst 2008 entstanden, als ich mit der Familie Urlaub in Kampen gemacht habe. Auf der Ostseite habe ich damals ein Pärchen gesehen, das befreit im Watt tanzte, das hat mich inspiriert. Das Bild drückt für mich pure Lebensfreude, die Schönheit der Insel und die Liebe zu Sylt aus. Ich hoffe, dass das Etikett des diesjährigen Künstlerweins bei Syltern und Gästen genauso gut ankommen wird wie in den Vorjahren.

Sie sind aktuell der einzige praktizierende Künstler im Künstlerdorf Kampen. Bis dahin war es allerdings ein langer Weg.

Das stimmt. Ich wurde 1965 in Kiel geboren und habe nach dem Abitur erst einmal eine kaufmännische Lehre gemacht. Nicht zuletzt meinen Eltern zuliebe, um erst einmal eine solide Ausbildung zu haben. Kunst hat mich allerdings schon immer interessiert, und mein zweites großes Hobby war Fußball. Ich habe lange erfolgreich in der dritten Liga gespielt. Mit 30 Jahren wurde der Drang dann immer größer, mich voll und ganz der Kunst zu widmen, und ich begann, Bildende Kunst mit Schwerpunkt Malerei und Kunstgrafik an der Hochschule der Künste in Ottersberg zu studieren. 1999 habe ich mein Atelier im Künstlerdorf in Worpswede bezogen, wo ich viele Jahre gearbeitet habe. Zum ersten Mal nach Sylt gekommen bin ich 2007 auf Einladung des Sylter Kunstvereins. Bei meiner ersten Ausstellung in Kampen habe ich dann auch meine Frau (Thomas Landt ist mit Kampens Tourismusdirektorin Birgit Friese verheiratet, Anmerkung der Redaktion) kennen gelernt. Seit 2010 lebe und arbeite ich jetzt als Künstler in Kampen.

Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?

Meine Bilder sind für mich eine Art Tagebuch zu führen. Sie sind von Bildern und Geschichten inspiriert, die mir begegnen. Meist sind das Stillleben oder Menschen in Bewegung. Als zweite Ebene verwende ich Ornamente. Sie sind nicht nur eine Form der Verschönerung, sondern bieten mir auch die Möglichkeit, durch Muster und Symbole eine zweite Erzählebene zu schaffen.

Es reizt mich aber auch immer wieder, etwas Neues auszuprobieren, um neue Ausdrucksmöglichkeiten zu finden. Im August 2016 habe ich meine erste Lichtschacht-Malerei vollendet. Aktuell versuche ich mich an »Kunsttapeten«, die ich bei Kunden vor Ort anbringe und durch individuelle Drucke vor Ort gestalte. Da ist jedes Projekt eine neue Herausforderung.

Ihre nächste große Ausstellung wird im Juli und August im Kaamp-Hüs zu sehen sein. Auch da wird es Kunst zu sehen geben, die man so noch nicht von Ihnen kennt.

Kunst ist stetig im Wandel, wir entwickeln uns ja auch ständig weiter. Seit einigen Wochen bin ich fleißig am Treibholzsammeln. Es soll »die Leinwand« für meine nächsten Werke werden. Mit Nägeln markiere ich dabei die Konturen der Motive und spanne dann Seidenfäden, um die Flächen zu füllen.

Sie sind nicht nur Künstler, sondern auch passionierter Kunstspaziergänger.

In der Tat (lacht). Seit 2008 gibt es den Kunst- und Kulturpfad in Kampen, der seitdem stetig erweitert wurde. Mittlerweile erinnern 32 Stelen im Ort an Künstler, Musiker, Schriftsteller und weitere besondere Persönlichkeiten, die dem Ort eng verbunden sind. Seit 2013 biete ich regelmäßig Kunstspaziergänge entlang des Kunstpfades an.

Weitere Infos zu Thomas Landt, seiner Kunst und den Kunstspaziergängen gibt es unter www.thomaslandt.de.