Sand für Sylt

Strandbereisung mit Minister Habeck

Alljährlich im Frühjahr nehmen Fachleute des Ministeriums für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MELUR), der Sylter Gemeinden, des Landschaftszweckverbandes Sylt, der ausführenden Baufirmen und des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN.SH) den Sylter Strand in Augenschein. Dabei werden die künftigen Küstenschutzmaßnahmen, insbesondere Aufspülbereiche und Sandersatzmengen, festgelegt.

Küstenschutzminister Robert Habeck reiste am Montag an, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Von Hörnum aus ging es für die Teilnehmer mit Geländewagen am Weststrand Richtung List. Insgesamt sollen 2017 rund 1,7 Millionen Kubikmeter Sand aufgespült werden.

Mit Sandvorspülungen für rund 26 Millionen Euro wird das Land in den kommenden vier Jahren die Küsten von Sylt sichern. Damit sollen jährlich unter anderem 0,8 bis 1,2 Millionen Kubikmeter Sand vorgespült werden. Der entsprechende Auftrag sei erteilt worden, teilte Küstenschutzminis-ter Robert Habeck anlässlich der jährlichen Strandbereisung am Montag mit.

»Sylt spielt eine herausragende Rolle für den Küstenschutz in Schleswig-Holstein. Gemeinsam mit den Halligen und Deichen sichert es auch das Festland vor Schäden durch Sturmfluten. Besonders vor Sylt treffen die Wellen mit großer Kraft auf die Küste. Die flexiblen Sandvorspülungen haben sich bislang als der effektivste Schutz für die Sylter Westküste erwiesen«, sagte Minister Habeck.

Aufgrund der sehr guten Erfahrungen mit einer mehrjährigen Vergabe hat sich das Land auch dieses Jahr dafür entschieden. Der diesjährige Auftrag hat eine Laufzeit bis 2020. Gegenüber einer jährlichen Ausschreibung kann früher mit den erforderlichen Arbeiten begonnen und flexibler auf die Veränderungen durch Sturmfluten des Winters reagiert werden. Auftragnehmer ist die dänische Firma Rohde Nielsen, die bereits in den vergangenen 14 Jahren erfolgreich auf Sylt tätig war.

In diesem Auftrag sind zusätzlich 800.000 Kubikmeter Sand vorgesehen, die in den kommenden Jahren für die Deichverstärkung Dunsum/Utersum und eine geplante Sandvorspülung vor Utersum auf Föhr aus dem Vortrapptief entnommen werden sollen. Der Sand wird in den Vorstrand vor Hörnum eingespült. Das Material wird mit der Strömung südlich ins Vortrapptief verlagert, wo es dann ohne Beeinträchtigung des Sedimenthaushalts des Wattenmeers für die Deichverstärkung und die Sandvorspülung auf Föhr genutzt werden kann.

Bei der jährlichen Strandbereisung werden die Strände inspiziert und die Folgen der jeweiligen Sturmflutsaison festgestellt. Aufgrund des über die vergangenen Jahrzehnte in den Vordünen entstandenen Sanddepots blieb die Inselsubstanz von Schäden verschont. Um dies auch weiterhin gewährleisten zu können, müssen die im Strandbereich eingetretenen Erosionen wieder aufgefüllt werden.

»Küstenschutz ist und bleibt insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels eine wichtige Aufgabe des Landes«, sagte Küstenschutzminister Robert Habeck. Die Kosten werden überwiegend von Bund und Land aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes getragen. Zusätzlich beteiligt sich auch die Europäische Union mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für die Entwicklung der ländlichen Räume an den Kosten.