Am 7. Mai ist Landtagswahl

Am kommenden Sonntag sind alle wahlberechtigten Schleswig-Holsteiner dazu aufgerufen, den Schleswig-Holsteinischen Landtag zu wählen. Die Wahllokale auf Sylt sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet.  In diesem Jahr dürfen Schleswig-Holsteiner erstmals ab 16 Jahren wählen.

Ingbert Liebing tritt für den Wahlkreis Nordfriesland-Nord an, zu dem auch Sylt zählt. SYLT life hat den Sylter zum Interview getroffen.

Herr Liebing, nach drei erfolgreichen Kandidaturen für den Deutschen Bundestag kandidieren Sie jetzt erstmalig für den Schleswig-Holsteinischen Landtag. Sind Sie aufgeregt, oder ist so eine Kandidatur inzwischen Routine für Sie?

Es ist sicherlich nicht mehr so aufregend wie beim ersten Mal, aber jede Wahl ist spannend!

Seit zwölf Jahren vertreten Sie als Sylter den Wahlkreis Nordfriesland und Dithmarschen-Nord im Deutschen Bundestag. Haben Sie dort auch etwas für Sylt erreichen können?

Gerade in jüngster Zeit habe ich wichtige Dinge für Sylt durchsetzen können. Der wichtigste Erfolg ist, dass im Schienenwegeausbaugesetz der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke Niebüll-Klanxbüll aufgenommen wurde.

Und wann wird Baubeginn sein?

Ganz soweit sind wir noch nicht. Jetzt werden erst einmal Berechnungen über Kosten und Wirtschaftlichkeit angestellt. Ergebnisse sollen im kommenden Jahr vorliegen. Dann erst werden die detaillierten Planungen erstellt.

Was war nun so entscheidend an diesem Beschluss?

Erstmals hat sich der Bund dazu bekannt, dass dieses Projekt in seiner Verantwortung zu betrachten ist. Bisher wurde die Verantwortung zwischen Bund und Land hin und her geschoben. Damit ist jetzt Schluss.

Und weitere Erfolge in jüngster Zeit?

Im vergangenen Jahr habe ich 465.000 Euro, die Hälfte der Sanierungskosten,  für Keitums Kirche St. Severin aus dem Bundeshaushalt organisieren können. Jetzt kümmere ich mich um Bundesgelder für die Museen der Söl’ring Foriining in Keitum, für das Altfriesische Haus und für das Heimatmuseum. Die ersten 70.000 Euro hat das Kanzleramt mir bereits für dieses Jahr aus Haushaltsresten zugesagt.

Im Landtagswahlkampf geht es nun um die landespolitischen Themen. Welche Schwerpunkte setzen Sie da?

Die Westküste ist bei dieser Landesregierung abgeschrieben. Das sehen wir zum Beispiel beim Ausbau der B5, der nicht voran kommt.

Aber das ist doch eine Bundesstraße, was hat das Land damit zu tun?

Der Bund bezahlt den Ausbau und hat alle notwendigen Gelder bereit gestellt. Er hat seine Hausaufgaben gemacht. Aufgabe des Landes ist die Planung, die Landesregierung muss Baurecht schaffen. Da ist sie in fünf Amtsjahren keinen Schritt weiter gekommen, weil sie sich nicht interessiert und nicht kümmert. Da wollen wir dafür sorgen, dass wir besser und schneller werden.

Warum ist dieses Thema für Sylt so wichtig?

Unsere Insel lebt vom Tourismus. Die Aufenthaltsdauer der Gäste wird immer kürzer. Der Zweit-und Dritturlaub, das verlängerte Wochenende, wird auch für Sylt immer wichtiger. Da will niemand bei der An- und Abreise lange im Stau stehen. Deshalb ist die Verkehrsinfrastruktur mit Straße und Schiene gerade für touristische Regionen wie Sylt so wichtig. Aber auch die jüngsten Probleme im Bahnverkehr haben gezeigt, wie abhängig wir alle von der Bahn sind: die Pendler, aber auch die Unternehmen auf der Insel. So etwas darf sich nicht wiederholen!

Sylt diskutiert seit Jahren darüber, wie mehr Wohnraum für Einheimische geschaffen werden kann. Was kann das Land dazu beitragen?

In den vergangenen Jahren hat es viele Projekte auf Sylt mit neuem Dauerwohnraum gegeben. Das wirkt. Jetzt ist Zeit, zu überprüfen, wie es weitergehen soll. Ich will, dass das Land als Partner für die Insel hilft. Kiel darf nicht bremsen, sondern muss die Insel unterstützen. Dafür will ich mich einsetzen.