Der Avenarius-Park in Kampen

Hommage an Kampens ersten Ehrenbürger

Er gehört zu den Sehenswürdigkeiten der Insel, die auf der klassischen Sightseeing-Tour von Touristen gerne übersehen wird. Und auch wenn man Sylter und eingefleischte Syltfans fragt, was man auf der Insel gesehen haben muss, wird er nur selten erwähnt. Damit ist der Avenarius-Park in Kampen eine Art Geheimtipp für jene, die ein idyllisches Plätzchen im Grünen und eine gute Geschichte dahinter zu schätzen wissen.

Die grüne Oase liegt am Parkweg in Kampen, nordöstlich vom Kaamp-Hüs. Auf rund 200 Quadratmetern finden sich eine weitläuftige Wiese, eine kleine Obstbaum-Allee, ein idyllischer Weiher samt Enten und ein steinzeitlicher Grabhügel.

Seit 2009 trägt der ehemalige Dorfpark in Kampen den Namen von Ferdinand Avenarius, dem ersten Ehrenbürger Kampens. 1856 in Berlin geboren, kam Avenarius im Alter von 19 Jahren zum ersten Mal nach Sylt. Während seines dreimonatigen Aufenthaltes verliebte er sich in die Naturlandschaft der Insel und wurde zu einem der größten Verfechter des Naturschutzes auf der Insel.

Ferdinand Avenarius starb im Jahr 1923 auf Sylt und wurde auf dem Keitumer Friedhof beigesetzt. Im Laufe der Jahre geriet der einstige Ehrenbürger Kampens immer mehr in Vergessenheit, eine Tatsache, die Christian Hinrich, Mitbegründer der »Kampener Kunstfreunde«, verhindern wollte. Hartnäckig setze er sich dafür ein, Ferdinand Avenarius ein Denkmal in Kampen zu setzen. Eine Gedenktafel im Park erinnert an die Verdienste des Schriftstellers und Naturschützers.

Wer mal wieder Lust hat, Boule zu spielen, kann das im Park übrigens auch tun. Mitten in der Grünanlage befindet sich das sogenannte »Boulodrome«, eine Spielfläche mit mehreren Bahnen.