Der Hobie World Cat 2017 geht nach Down Under

Westerland. Der Hobie World Cat 2017 am Brandenburger Strand in Westerland auf Sylt geht nach Australien. Das Team Cam Owen/Susan Ghent segelten bei allen Bedingungen vor, gewannen die Hälfte aller Regatten und wurden am Sonntag bei der Siegerehrung in einem vollen Zelt von Besuchern und ihren Konkurrenten gefeiert. Auf dem 2. Platz landete der amtierende Weltmeister der Hobie 16 Daniel Bjørnholt-Christensen mit seinem Bruder Nicolaj vor den punktgleichen Deutschen Ingo Delius/Sabine Delius-Wenig. Nur die besseren Einzelergebnisse der jungen Dänen gaben den Ausschlag über Silber und Bronze.

Zum Ende des Hobie World Cat hat das Wetter am Brandenburger Strand noch einmal alles gegeben. 15 Knoten aus Westnordwest, auflaufende Tide und ein wunderbares Licht bleiben jetzt in bester Erinnerung. Schon vor dem letzten Renntag war klar, dass es sehr schwer werden würde, die führenden und sehr souverän segelnden Australier zu schlagen, aber die Veranstalter wollten weitere Regatten am Sonntag segeln lassen.

»Da kann schon so einiges passieren, wie wir gestern bei den Südafrikanern gesehen haben«, so Willy Trautmann von Prosail. »Das Team hatte sich am Vortag die Ruderanlage beim Durchsegeln der Brandung abgerissen.« Aber die Australier ließen nichts mehr anbrennen und gewannen die beiden ersten Regatten am Sonntag. In der dritten und letzten Regatta ließen sie es dann in den hohen Wellen etwas ruhiger angehen und überließen Südafrika den letzten und für Südafrika ersten Tagessieg.

»Es war ein super Hobie World Cat mit Top Teams an einem Hot Spot der Szene«, freut sich Jens Hannemann, Pressesprecher der Veranstaltung. »So gut waren wir noch nie besetzt, und wir können uns nur bei allen bedanken, die eine so weite Reise auf sich genommen haben und unserer Einladung gefolgt sind. Wir fühlen uns dadurch natürlich auch bestätigt, dass der sportliche Wert des von uns vor sieben Jahren ins Leben gerufene World Cat in der Welt einen exzellenten Ruf hat.«

Seit Dienstag letzter Woche segelten neun Teams aus neun Nationen vor Westerland. Herrschten am Dienstag noch schwache, ablandige Winde vor, so änderte sich das Wetter täglich und den Teams wurde alles abverlangt. Wellen, viel Wind und eine für viele ungewohnte Strömung von bis zu sechs Knoten machten die Taktik hoch anspruchsvoll. Dazu das für die Teams neue Beachfinish, bei dem das Ziel an Land und nicht auf dem Wasser liegt. 15 Wettfahrten standen am Ende in den Listen und ein deutlicher Zehn-Punkte-Vorsprung für den Sieger Australien.

Die Fortsetzung der letztjährigen Weltpremiere eines 320 Meter langen Speedraces, parallel zum Strand in kürzester Entfernung zu den Besuchern, benötigt ganz bestimmte Voraussetzungen. Einen hohen Wasserstand, mindestens 16 Knoten Wind, der dann auch noch aus der richtigen Richtung kommen muss, und diese Bedingungen gab es am Sonnabendnachmittag. Schnell wurden die Tonnen ausgelegt, eingemessen und los ging es. Wie schon bei der Premiere gewannen Daniel und Nicolaj Bjørnholt-Christensen mit einem neuen Rekord von unglaublichen 35,49 Sekunden, was einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 38,55 km/h (20,81 Knoten) entspricht. »Wer hier gewinnen will, darf kein Angsthase sein. Vom ersten bis zum letzten Meter muss alles Können abgerufen werden«, so Detlef Mohr, Veranstalter und selbst zwölffacher Europameister der Hobie 16.

Insgesamt war die Sylt Sailing Week mit dem abschließenden Hobie World Cat ein voller Erfolg. Segler und Besucher attestierten den Machern eine sensationelle Veranstaltung vor Westerland. Die 21. Auflage findet im kommenden Jahr vom 3. bis 12. August statt.