Sylter Jöölboom

Traditioneller friesischer Weihnachtsbaum

Wer kennt ihn nicht? Den Sylter Jöölboom. Er erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Doch woher stammt er und was ist das? Einfach gesagt: Es ist eine in Nordfriesland im nordwestlichen Schleswig-Holstein verbreitete Variante des Weihnachtsbaumes.

Bei den Friesen diente der Jööölboom lange als Ersatz für den Weihnachtsbaum, da es bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts nur einen sehr geringen Baumbestand gab. Die Bewohner Sylts entwickelten ihren ganz eigenen weihnachtlichen Baum. Als Grundgerüst dient ein Holzgestell, welches mit drei Querstreben und vier Kerzen als traditionell gilt. Die vier Kerzen stehen heute für die vier Adventssonntage. In dieses Gestell ist ein Kranz aus grünen Zweigen eingebunden. Ausgeschmückt wird der Ständer mit aus Salzteig gefertigten Figuren. Diese als Kenkentjüch bekannten Figuren stellen jeweils ein Schwein, eine Kuh, ein Schaf, ein Pferd, einen Hahn, einen Fisch sowie ein Segelschiff und eine Mühle dar. Sie stehen für die Seefahrt und den schon seit langer Zeit auf Sylt betriebenen Ackerbau, während die Tiere bestimmte Eigenschaften des Menschen symbolisieren. Das Pferd dient als Symbol für Stärke und Ausdauer, der Hund steht für die Treue und zu guter Letzt an der Spitze des Ganzen der Hahn als Symbol für die Wachsamkeit. Am Sockel des Jöölboom stehen Adam und Eva unter dem Baum des Lebens und bilden den Grundstein unter den anderen Figuren. Seinen Platz findet der traditionelle Jöölboom meist am Fenster oder auf einem Tisch im Wohnzimmer.
Jeder, der ein Stück Sylter Tradition in die Wohnung bringen oder einen echten, selbstgemachten Jöölboom verschenken möchte, bekommt die Gelegenheit bei dem gemeinsamen Jöölboom-Kranzbinden im Sylter Heimatmuseum im Keitum. Die Söl’ring Foriining bietet am 27. November von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr und am 28. November von 17 Uhr bis 19 Uhr die Gelegenheit, gemeinsam und unter Anleitung bei Teepunsch und Keksen die grünen Kränze zu binden. Das nötige Material wird von der Söl’ring Foriining gestellt, und es wird ein Kostenbeitrag von 15 Euro an der Museumskasse erhoben.