Galerie Herold

Impressionisten und Expressionisten der deutschen Kunstgeschichte

Kampen. Die Galerie Herold in Hamburg und auf Sylt ist seit über 35 Jahren die erste Adresse für norddeutsche Kunst. Urlaub auf Sylt, ohne dem Haus »Meeresruh« in Kampen einen Besuch abzustatten? Für die meisten Kunstfans undenkbar. Mit dem Weg in die Räumlichkeiten im Braderuper Weg 4 begibt man sich in die Welt der Kunst, die einem kleinen feinen Museum ähnelt.

Jetzt zum Jahreswechsel freut sich Galerist Rainer Herold, den Besuchern zahlreiche Neuerwerbungen präsentieren zu können. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den Impressionisten und Expressionisten der deutschen Kunstgeschichte. Unter anderem sind neue Werke von Emil Nolde, Max Liebermann, Ernst Ludwig Kirchner, Eduard Bargheer, Ernst Eitner und Friedrich Kallmorgen zu sehen.
In den expressionistischen Bildwerken tritt ein freier Umgang mit Farbe und Form in häufiger Verwendung ungemischter Farben hervor. Weitere Charakteristiken sind eine Motivreduzierung auf markante Formelemente der Bildobjekte und eine Auflösung der traditionellen Perspektive. Den vielen Künstlern dieser Epoche waren nicht die wirklichkeitsgetreue Weitergabe von Eindrücken und schöne Formen wichtig; im Gegensatz zu den impressionistischen Malern drückten die Expressionisten ihre subjektiven Regungen aus. Sie gaben direkt und spontan ein »durchfühlt« interpretiertes Motiv weiter.
Die Malerei des Impressionismus entstand aus einer Bewegung französischer Maler in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Diese Epoche brach mit vielen Regeln der malerischen Praxis. Zum einen wurde die Farbe zum primären Gestaltungsmittel und zum anderen traten die zeichnerischen Elemente in den Hintergrund. Die meisten impressionistischen Werke wurden unter freiem Himmel und in einer skizzenhaften Art gemalt, die es ermöglichte, die Reflexe des Lichts rasch einzufangen.
Emil Nolde gilt heute als einer der großen Expressionisten. Seine Leidenschaft zu den Arbeiten Noldes entwickelte Galerist Rainer Herold vor langer Zeit, als er das erste Werk des Künstlers vor über zehn Jahren für die Galerie erwarb. Große Kunst – aber nie konventionell. Bereits als junger Maler schloss sich Nolde der »Berliner Secession« an (1901), die damals bereits gegen das historisierende Kunstverständnis Wilhelms II. opponierte. 1906 trat er auch der Künstlervereinigung »Die Brücke« bei, in der sich exzellente Expressionisten wie Karl Schmitt-Rottluff, Erich Hec-kel und andere zusammengeschlossen hatten. Vor allem durch diese Begegnung erlangte Nolde seinen eigentlichen Malstil. Unter Verwendung expressiver Farben wird der Stil einfacher, flächiger und formbetonter. Farbe wird zu seinem eigentlichen Ausdrucksmittel. Nolde blieb Zeit seines Lebens ein moderner Künstler.
Die Qualität der Werke, die aktuell in der Galerie Herold zu sehen sind, ist gewohnt hoch. Rainer Herold versteht es mit seiner jahrelangen Erfahrung und seinem hervorragenden Kunstverständnis eine Bilderwelt zu schaffen, die die Besucher inspiriert.