Ein Künstler, der Metall-Bäume zum Leben erweckt

Wer in den Siidik 6 gegenüber des Teekontors Keitum einbiegt, taucht sofort in die Welt der Bäume von Künstler Georg Meierhenrich ab. Und was für eine Welt das ist – überall stehen sie und vor allem jetzt im Sommer haben die Besucher von Georg’s Galerie das Glück, dem Künstler draußen vor den Räumlichkeiten bei der Arbeit zuzusehen. Seiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: Georg Meierhenrich strotzt nur so vor Ideen für einen neuen Baum. Seine »Sylter Bäume«, die als eingetragene Marke gelten, sind so vielfältig und originell wie der Macher selbst. Und immer werden sie aus Metallabfällen und Draht gefertigt, die er an seiner Werkbank im Außenbereich der Galerie in kleinteiliger Handarbeit zusammenschweißt. Er wendet viel Energie und Zeit auf, um einem Gegenstand neues Leben einzuhauchen. Nun fertigt Georg seine Bäume nicht nach Lust und Laune an, sondern es stecken immer eine essentielle Aussage und Gedanken dahinter – ob anklagend oder zum Nachdenken anregend. Die Grundästhetik seiner Bäume macht seine Kunst aus und soll die Besucher erfreuen, doch immer mit dem Hintergrund, dass es wichtige Dinge auf der Welt gibt. Er wünscht sich, dass man mit offenen Augen durch das Leben geht. Jeder Baum hat ein Thema und eine Besonderheit – im Stamm und im Sockel werden kleine Metallfiguren oder Gegenstände eingefügt, die dem Baum seine individuelle Aussage verleihen. Wie zum Beispiel bei seinem neuesten Kunstwerk, bei dem ein Elefant zu sehen ist. »Der Zirkuselefant« trägt die Last der afrikanischen Schirmakazie und somit auch die Last erfolgreich zu sein – eine Hommage an die Elefanten im Zirkus. Das anklagende Objekt steht symbolisch für den permanenten Kampf der Tiere und auch die Freiheitsberaubung durch den Menschen. Im Rahmen der nicht ganz unberechtigten Kritik an der Wildtierhaltung in reisenden Zirkusunternehmen ist auch die Haltung von Zirkuselefanten Gegenstand heftiger Diskussionen in der Gesellschaft geworden. Mit seinem Baum gedenkt Georg Meierhenrich genau dieser Diskussion.