Galerie Herold

Sommer-Ausstellung »Badende«

Die Galerie Herold ist bekannt für ihre hochkarätigen Ausstellungen des Who-is-who der norddeutschen Kunstgeschichte. Aktuell sind erstklassige Werke von Erich Heckel, Ivo Hauptmann, Max Pechstein, Ernst Ludwig Kirchner, Eduard Bargheer, Erich Hartmann, Otto Mueller, Emil Nolde und vielen weiteren Künstlern unter dem Titel »Badende« zu sehen. Passend zu Sylt und dem sommerlichen Traumwetter präsentieren Galerist Rainer Herold und seine Frau Karin eine Mischung aus Impressionisten und Expressionisten mit vielen bemerkenswerten Motiven. Das Thema Meer und Wasser fasziniert die Künstler und auch die Betrachter. Über Jahrhunderte hinweg wurde das Element in all seinen Facetten und Farben bildlich festgehalten. Und einer von ihnen ist Max Pechstein, der als einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Expressionismus gilt – vor  allem durch seine Mitgliedschaft in der Künstlergruppe Brücke. Pechstein stieß im Frühling 1906, als erfolgreicher Absolvent der Akademie, zu der im Vorjahr von Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff und Bleyl gegründeten Künstlergruppe. Begeistert stürzte er sich in das gemeinsame Zeichnen und in die künstlerischen Diskussionen mit den »Brücke«-Künstlern. Er verbrachte Zeit in Italien und Frankreich und zog anschließend nach Berlin. Dort verdiente er zunächst als Dekorationsmaler sein Brot, bis er schließlich in der Lage war, sich von seinen Bilderverkäufen zu ernähren. Trotz der räumlichen Trennung war Pechstein ein wichtiger Teil der Brücke. In der Öffentlichkeit wurde er als »größtes Talent« und »bekanntester Vertreter« der Künstlergruppe und ab 1910 auch als treibende Kraft der »Neuen Sezession« wahrgenommen. Im Jahre 1912 führte Pechsteins zielstrebiges Verfolgen der eigenen künstlerischen Karriere und nicht zuletzt auch seine große Popularität zum Bruch mit der Brücke. Die Zeit zwischen den Weltkriegen war für Pechstein geprägt von gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Erfolg. Er wurde in die Akademie der Künste berufen und engagierte sich politisch in der »Novembergruppe« und im »Arbeitsrat für Künstler«. 1933 wurde Pechstein wegen seiner Kunst von den Nationalsozialisten diffamiert, 326 seiner Werke aus deutschen Museen wurden beschlagnahmt. Erst nach dem Krieg wurde er rehabilitiert und erhielt zahlreiche Titel und Auszeichnungen für sein Werk.

Interessierte sind herzlich eingeladen, die Ausstellung im Haus »Meesruh« im Braderuper Weg 4 zu besuchen. Rainer und Karin Herold stehen den Besuchern mit ihrer Erfahrung und ihrem Fachwissen zur Seite.