Oasen der Ruhe im Winter

Die Menschen, die jetzt auf der Insel sind, lieben nicht nur das raue Nordseeseeklima und die Ruhe abseits des Sommertrubels, sondern eben auch die touristische Infrastruktur – angefangen von der Möglichkeit, während eines ausgedehnten Strandspaziergangs einkehren zu können bis hin zur Möglichkeit, sich anschließend eine Wellness-Anwendung zu gönnen. In der kalten Jahreszeit bietet Sylt von allem mehr: Mehr Platz für ausgedehnte Spaziergänge am Strand, mehr Zeit zum Plausch mit den Insulanern und mehr frische, gesunde Luft. Bekommt man von allem mehr, ist man klar im Vorteil. Wenn die Temperatur sinkt und man den Strand kilometerweit für sich alleine hat. Wenn die Basisausstattung im Koffer aus Mützen und Stiefeln besteht und der Sternenhimmel sich schon am frühen Abend in klarer Pracht über die Nordsee spannt. Auf geheimnisvolle Weise scheint in der kalten Jahreszeit die Luft noch ein bisschen klarer, der Blick weiter und der Strand endloser zu sein als zu jeder anderen Jahreszeit.
Die SYLT life-Redaktion stellt ihre Lieblingsplätze im Winter auf der Insel vor.

Ostfeuer

Der Lister Ellenbogen fasziniert nicht nur als nördlichster Punkt Deutschlands, sondern auch mit einer unendlich weit erscheinenden Sandpracht und Dünen – eine Naturlandschaft, die schlicht atemberaubend ist. Hier grasen Schafe zwischen Dünen und Heide, überall sind Buhnen mit ihren scharfen Kanten zu sehen – gefährlich aber ein wundervolles Fotomotiv. Und Leuchtturmfans werden gleich doppelt fündig – das West- und Ostfeuer. Zwei Leuchttürme, die einst unter dänischer Herrschaft errichtet wurden. Das Ostfeuer ist in eine unberührte, weitläufige Dünenlandschaft eingebettet und reiht sich in das idyllische Landschaftsbild des unter Naturschutz stehenden Lister Ellenbogen ein. Der Leuchtturm ist zusammen mit seinem Zwillingsturm, dem Westfeuer, der älteste aus Gusseisen hergestellte Leuchtturm Deutschlands.

Wanderdünen

Es ist wahrlich ein Lieblingsplatz – die Aussichtsplattform mit Blick auf die traumhaften Wanderdünen im Norden Sylts. Über Holzstege und viele Stufen am Ortsausgang in List gelangt man zu diesem herrlichen Platz, der als Geheimtipp viele einsame Stunden verspricht: Es ist ein Ort für die Seele, aber zweifellos auch für die Augen. Dünen und Heide, Watt und Wasser gehen in einander über. Highlight ist eindeutig der Blick auf die Wanderdünen. Durch den stetigen Westwind wandern die unbewachsenen Sandberge jährlich bis zu zehn Meter nach Osten. Das gesamte Gelände zwischen List und dem Weststrand steht seit 1923 unter Naturschutz und darf nur mit Sondergenehmigung betreten werden.

Friedrichshain

Ein Stück Wald, Erholung und eine wahre Oase der Ruhe befindet sich in Westerland – der Naturerlebnisraum Friedrichshain. Aus dem Jahr 1894 ist er der älteste »Wald« auf der Insel. Die einzigartige Mischung aus Bäumen, der erdigen Luft und dem Spiel aus Licht und Schatten tun Körper und Seele gleichermaßen gut. In dem neun Hektar großen Areal kann man in Gedanken versunken die Natur genießen und entdeckt versteckt zwischen Bäumen und Sträuchern den Weiher, der viele Enten beherbergt. Ein Erlebnis für Groß und Klein, denn auch im Winter sind die Tiere mit ihrem Geschnatter da.