»Vater wird sich frei’n…«

Heinrich Zille in der Galerie Rudolf

Die Galerie Rudolf im Westerhörn 6 zeigt nicht nur besondere Exponate der Klassischen Moderne, sondern auch eine besondere Auswahl von Zeichnungen, Aquarellen und graphischen Werken des berühmten Berliner Künstlers Heinrich Zille (1858-1929). Im sächsischen Radeburg geboren, arbeitete Zille nach einer Lithographenlehre bis 1907 in grafischen Werkstätten in Berlin.

Heinrich Zille, »Vater wird sich  frei’n…«

Um die Jahrhundertwende begann er als Illustrator für Zeitschriften wie Lustige Blätter, Simplicissimus und Jugend. Nach 1901 nahm er an den Winterausstellungen der Berliner Sezession teil. Selbst aus ärmlichen Verhältnissen stammend, thematisierte Zille in seinen Werken immer wieder die sozialen Probleme des Berliner Proletariats. Dafür dienten ihm seit 1895 oftmals Fotografien als Arbeitsvorlage. Vor allem seine satirisch-humoristischen Zeichnungen, die er mit weichen Kohle- oder Kreidestrichen ausführte, machten ihn zum genauen Chronisten des kleinbürgerlichen Milieus. Typisch sind auch die bissigen Bildunterschriften, die die dargestellte Szene kommentieren.