Roma e Toska

Eine Bluse ist eine Bluse ist ein Bluse.
Stoffe, die erzählen

Side-by-Side hängen sie im Geschäft von Roma e Toska, die berühmten »Basic«-Blusen, die alles andere als »basic«“ sind, es sei denn man versteht den Begriff als »immer dabei« und »niemals aus der Mode« oder eben als »Lieblingsstück«, das man unbedingt haben muss. Was zeichnet diese Modelle aus, die sich so charakteristisch mit dem Fashion-Label aus Hamburg verbinden? Es ist der fließende Crêpe de Chine-Seidenstoff, der kleine jil-sander-artige Kragen, die überschnittene Schulter, die verdeckte Knopfleiste und Manschette am Arm.

Sucht man die passenden Begriffe dafür, so würde man sagen: lässig. Aber das wäre viel zu wenig, denn sie sind gleichzeitig elegant, tragen einen durch den Tag in den Abend, begleiten einen auf Reisen um die Welt und wiegen keine 100g. Perfekt für jeden Koffer. Aber das Wichtigste sind ihre Drucke, gefertigt in Oberitalien mit Vorlagen aus der Kunst, der Literatur, der Fotografie. Die Stoffe und die Blusen erzählen eine Geschichte. Jetzt hängen sie nebeneinander, die Waterscape-Blusen mit den Wasserflächen des Berliner Künstlers Ulf Saupe, die Seidenprints mit der holländischen Malerei des ausgehenden 19. Jahrhunderts für das »Zuviel Wasser« sowie das »Savannen«-Motiv, entstanden aus einem Zeitungsschnipsel für das »Zuwenig Wasser«.

Passend dazu gibt es die Seidenchiffon-Tücher mit den gleichen Motiven, eine unbedingte Ergänzung, schmeichelnd und wärmend oder kühlend, wenn es die Temperaturen wieder zulassen. Und nicht zu vergessen der Vintage-Schmuck von Yves Saint Laurent oder die alten Ketten aus Nigeria.

Die Trilogie des »Wassers«, die im Frühjahr startete, durch den Sommer führte und nun im Herbst angelangt ist, hat sich dem Klimawandel gewidmet und nimmt mit den Mitteln der Mode Stellung zu einem Thema, das unser zukünftiges Leben maßgeblich bestimmen wird.

Die Nachhaltigkeit war schon immer ein großes Anliegen von Birgit Gräfin Tyszkiewicz, die im Erzgebirge ihre Modelle fertigen lässt, die ihre Stoffe in Italien und Frankreich findet und Knöpfe aus Naturmaterialien wählt. »Die schönste Nachhaltigkeit ist jedoch für mich, wenn meine Mode getragen wird, über viele Saisonen und viele Jahre, anstatt nach kurzer Zeit aussortiert in der Mülltonne zu landen, wertlos, kaputt und abgetragen«, so die Designerin. Weniger kaufen, dafür die richtigen Dinge. Vielleicht gehören die besonderen Blusen zum Wasser dazu, oder die Röcke aus dicht gewebter Baumwolle, die Cashmere-Stola, der Bouclé-Blazer mit dem passenden Futter … Es gibt viel zu entdecken in dem alten Kapitänshaus gegenüber dem Dorfkrug in Kampen.