»Gewaltige Natur!«

Wolfgang Klähn und Sylt
im Dialog mit Christopher Lehmpfuhl

Das Sylt Museum präsentiert bis zum 19. April 2020 den Hamburger Maler Wolfgang Klähn (1929 – 2019) und seine energiegeladenen Insellandschaften und Eindrücke auf Papier im Dialog mit Christopher Lehmpfuhl. Das Spannungsverhältnis zwischen Licht und Wasser – zwischen Klähn und Sylt – beginnt in den frühen 1960er Jahren. Seine Malerei konzentriert sich ausschließlich auf die Sylter Landschaft und sucht dort den Reiz, den die wilde Natur an der Nordsee bietet. Das Wechselspiel zwischen Wetter und Landschaft findet sich in der Begegnung von Meer, Land und Sylter Himmel wieder. Wolfgang Klähn zeichnet gewaltig. Dem Betrachter offenbart sich die Sylter Natur in atemberaubenden Farbexpressionen und dynamischen Federzeichnungen, die mal filigran, mal sehr bestimmt erscheinen.

Wolfgang Klähn, »Häuser am Watt«, Aquarell von 1967, Nachlass Wolfgang Klähn

Es ist die Gewalt der Natur, die Klähn in dieser Wildheit und Stimmung nur hier begegnet. Seine Landschaften werden von mächtig tönenden Wetter- und Wolkenformationen geprägt. Geballt und strahlend, gefährlich schön und glühend zeigen sich die Formationen zwischen Land und Meer und greifen in ihrer leuchtenden Wildheit zugleich den Kreislauf der Natur auf. Künstler Christopher Lehmpfuhl im Dialog Schöpfung, Gewalt und Unverstörtheit einer Landschaft: Auch für ihn ist die elementare Erfahrung der Landschaft auf Sylt der besondere Reiz. Der leidenschaftliche Malprozess, die Farbe großzügig in die Leinwand streichend, in ihrer Intensität und Kraft stehen lassend – Lehmpfuhl und Klähn bedienen sich unterschiedlicher künstlerischer Technik und Zeiträumen, um die Naturgewalten auf der Insel Sylt einzufangen. Lehmpfuhl wurde am 11. Oktober 2019 mit dem Wolfgang-Klähn-Preis, Kunstpreis des Hamburger Handwerks, ausgezeichnet.
Die besondere Ausstellung kann am 30. Dezember von 11 bis 15 Uhr, vom 2. bis 5. Januar 2020 von 11 bis 15 Uhr, ab 6. Februar bis 31. März 2020 jeweils von Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 15 Uhr und ab dem 1. April 2020 von Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr sowie sonnabends, sonntags und feiertags von 11 bis 17 Uhr besucht werden.
Das Sylt Museum wurde für seinen internationalen Standard zertifiziert und gehört damit zu einer ausgewählten Gruppe schleswig-holsteinischer Vorzeigehäuser. Fundierte Inselgeschichte wird hier in den Bereichen Volkskunde und Kunst erlebbar: Alltagsgeschichten der Inselmenschen und Abenteuer der Seefahrer, die Sprache der Sylter und die vielfältige Kunst, die auf der Insel über Jahrhunderte entstanden ist.