In kleinteiliger Handarbeit entsteht das Sylter Kultobjekt in Georgs Meierhenrichs Atelier in Keitum.

Ein Künstler und seine Liebe zu Bäumen

Keitum. Bäume faszinieren den Menschen, sie geben ihm Schatten, Geborgenheit, Sicherheit. Der Wald, die Bäume, sie sind Stoff zahlreicher Mythen, Legenden, Geschichten. Der Baum – das Symbol für Lebenskraft. Galerist und Künstler Georg Meierhenrich ist sich diesem Symbol wie kein Zweiter bewusst. Mit seiner Recyclingkunst erschafft er täglich Denkmäler mit Geschichte und Hintergrund. Der Baum ist seit uralten Zeiten ein Sinnbild für Wachstum, Kraft, Stabilität und die ewige Erneuerung des Lebens im Kreislauf der Natur. Dass Menschen und Bäume eine Schicksalsgemeinschaft bilden ist ein Wissen, das heute wieder viele neue Impulse erhält. Viele namhafte Künstler, Philosophen und Dichter holten sich bei Besuchen »ihrer Bäume« und Wälder immer wieder Inspiration und neue Schaffenskraft. Ein besonders schönes Exemplar des Sylter Kultobjekts ist der in der Anzeige abgebildete Baum »Beethoven mit Waldhorn«. Mit dem Kunstwerk verdeutlicht Georg den Zusammenhang zwischen Musik und Bäumen. Im Stamm ist Ludwig van Beethoven zu sehen, in der Baumkrone ein Waldhorn, eines der ältesten Blasinstrumente. In der Romantik wurde das Horn oft eingesetzt, um die Stimmung bei der Jagd wiederzugeben. Die Sonate F-Dur für Horn und Klavier op. 17 komponierte Beethoven für den Hornvirtuosen Giovanni Punto. Sie gehört heute zur Standardliteratur für das Waldhorn. Die Uraufführung erfolgte am 18. April 1800 in einem Konzert, das Punto im Kärntnertor-Theater gab. Nach dem erhaltenen Anschlagzettel wurde das Konzert mit einer Sinfonie von Joseph Haydn eröffnet, gefolgt von einer Arie von Ferdinando Paër, einem Hornkonzert von Punto selbst, der Ouvertüre »La chasse du Jeune Henri« von Étienne-Nicolas Méhul, einem Klarinettenkonzert von Antonio Casimir Cartellieri und einer weiteren Arie von Paer. Erst danach, sozusagen als Höhepunkt, erklang die Sonate von Beethoven gespielt, begleitet mit Waldhorn von Giovanni Punto.