Roma e Toska

Schwarz-weiß-bunt
Zwischen Wintersturm und Frühlingserwachen

Der Februar ist ein merkwürdiger Monat, denn er vereint in sich so viele Dinge, wie kaum ein anderer des Jahres: Er ist noch dem Grau des Winters verhaftet, obwohl seine Tage deutlich länger werden, die Stürme sind heftig, die ersten Krokusse blühen schon hier und da. Es ist zu warm, man denkt an den Frühling. Biikebrennen auf der Insel und Karneval im Süden. Wie soll man darauf mit der Mode antworten?
Mehr und mehr lösen sich die Saisonen auf, kann man auf den internationalen Laufstegen nicht mehr unterscheiden, in welchen Monaten man sich kreativ befindet. Ähnlich geht es Roma e Toska und deren Designerin Birgit Gräfin Tyszkiewicz, die seit vielen Jahren mehr in Themen und Editionen denkt als in »Wintermänteln« und »Tank Tops«. Der Schwerpunkt ihrer Kollektion liegt auf den Modellen, die man das ganze Jahr über tragen kann, die geprägt sind von ausdrucksstarken Motiven, ausgefallenen Materialien und einer eigenen Handschrift, die Dinge so zu kombinieren, dass sie die Persönlichkeit und Individualität der Trägerin unterstützen. Eben Roma e Toska: »Immer wieder anders, immer wieder gleich«, wie es Coco Chanel einmal über die Mode und den Stil sagte. Es sind die Details, auf die es ankommt, die ausgefallenen Knöpfe, die erzählerischen Futterstoffe, die Revers, die aufknöpfbaren Manschetten, das bunte Hervorblitzen von Kreisen und Figuren unter dem schwingenden Faltenrock.
Im alten Kapitänshaus in Kampen neben der Galerie Herold und gegenüber dem Dorfkrug zeigt Roma e Toska die Edition von Schwarz und Weiß als Kostüm, Blazer, Mantel oder Day-and-Night Wende-Pullover. Dazu kommen die Seiden- und Futterstoffe mit dem Heliozentrischen Weltbild des Kopernikus, der die Sonne anhielt und die Erde in Bewegung setzte. Diese Edition wird noch bis weit in das Frühjahr hineinreichen mit immer wieder sich wandelnden Kleinserien.

Was wäre allerdings die Mode ohne ihre Accessoires! Hierzu gehören die Schuhe von Taglia Scarpe, gefertigt in der Manufaktur, in der auch Louis Vuitton herstellen lässt. Unverzichtbar die Seidenchiffontücher mit den Bildern der Kollektionen. Und dann natürlich der Vintage Modeschmuck von Yves Saint Laurent mit seinen Ketten, Armbändern und Ohrclips, die jedes noch so schlichte Outfit zu einem Auftritt machen.
»Ich möchte, dass Mode wieder ein spielerisches Vergnügen wird, das meinen Tag bereichert und mich in meinen verschiedensten Facetten zeigt. Die Freude an dem Sich-Kleiden ist uns verloren gegangen. Sie wieder zu entdecken ist eine meiner spannendsten Aufgaben als Designerin«, so Gräfin Tyszkiewicz, die diese Woche wieder auf der Insel ist, um die Kundinnen zu beraten, zu stylen und mit ihnen zu plaudern in ihrem »Wohnzimmer« zwischen Kunst, Design und Accessoires: Fashion is all!
Ein Hinweis für alle Hamburger und Hamburg-Besucher: Am Mittwoch, den 26. Februar, 19 Uhr, erzählt die Kulturhistorikerin Dr. Karen Michels in der MILCHSTRASSE 11 über die Familie Budge, deren Palais an der Alster, in dem die heutige Hochschule für Musik und Theater ist, und deren »Garage« gegenüber, dem wunderschönen Concept Store von Roma e Toska. Es wird bestimmt ein illustrer Abend mit Drinks und Snacks und dem berühmten Feuer im Kamin.