Georg’s Galerie

»Der Stammhalter«

Im Herzen der Insel befindet sich das Kunstparadies von Georg Meierhenrich. Zusammen mit seiner Frau Christa betreibt er Georg’s Galerie im Siidik 6. Doch neben seiner Tätigkeit als Galerist ist er zu allererst Künstler. Und was für einer: talentiert, aussagekräftig und kreativ – immer wieder überrascht er mit neuen Ideen und seiner fantastischen künstlerischen Vielfalt. Schon von klein auf findet er Mittel und Wege, sich kreativ auszudrücken und ist seit 50 Jahren auf Sylt erfolgreich. Gedanken über sein Umfeld, die Welt, Politik, Armut, aber auch seine charmante Art fließen in seine Kunstwerke ein. Er hinterfragt jeden und alles, doch immer mit Witz und Humor. Sein Herz schlägt für die Kunst, für die Recycling-Kunst und vor allem für Bäume. Ein Mahnmal, Denkmal, gebaut aus Schrott, verfeinert mit echtem Sylter Sand – das sind die »Sylter Bäume«.  Skulpturen in Form von Bäumen sind inzwischen sein Markenzeichen und wahre Kultobjekte. Den »Sylter Baum« gibt es als Skulptur und dreidimensional auf Leinwand.

Warum genau der Baum Georg Meierhenrich als Motiv so fasziniert? Als kreativer Träumer und Naturfreund ist für ihn ein Baum ein Wunderwerk der Schöpfung mit Ästen und Zweigen, in denen der Wind rauscht, mit dem Duft der Blüten im Frühling, mit leuchtenden Farben im Sommer und Herbst, mit dem Geruch von vermoderndem Laub und mit knorrigen Stämmen, in deren Formen die Zeit geronnen zu sein scheint. In seiner Werkstatt entstehen aus Schrott stilvolle und lebendige Stücke. Nun fertigt Georg seine Bäume nicht nach Lust und Laune an, sondern es steckt immer eine essentielle Aussage und Gedanken dahinter – ob anklagend oder zum Nachdenken anregend.

»Der Stammhalter« ist der neueste »Sylter Baum«. Ein Stammhalter ist der erstgeborene männliche Nachkomme, der den Familiennamen des Elternhauses erhält, um ihn seinerseits weiterzuvererben und so die Stammlinie fortzuführen. Schon beim Stamm des Baums erkennt man nicht nur, warum das Objekt den Namen hat, sondern auch die Bedeutung dahinter: Der Junge trägt nicht nur die Last des Namens und führt somit die Stammlinie fort, sondern er trägt auch die Baumkrone. In dem Objekt sind viele Symbole zu entdecken – angefangen bei verschiedenen Edelsteinen, einer Uhr mit der Zeit, wann der Stammhalter das Licht der Welt erblickt hat, über zahlreiche Blätter bis hin zu einem Wildschwein, das die Jagd symbolisiert. Wer genau hinschaut, der sieht die Zahl 1 am Boden versteckt, die für den Erstgeborenen steht. Sind es doch genau diese Symbole und Bedeutungen, die dem Baum seine individuelle Aussage verleihen.