Was passiert mit der Spielbank Westerland?
Die Spielbank in Westerland, seit über 60 Jahren ist sie ein Begriff. Weit über die Insel-Grenzen hinaus. Bei allen Zockern dieses Landes genießt sie irgendwie einen besonderen Status. Vielleicht, weil sie auf einer besonderen Insel beheimatet ist. Vielleicht, weil viele meinen, dort sei die Atmosphäre besonders beeindruckend. Vielen war der Weg nie zu weit, um einmal einen Hauch von Monte Carlo zu erleben ...
Damit könnte es nun vorbei sein. Denn die Spielbank, das Casino Westerland, wird - möglicherweise - nicht an gleicher Stelle bleiben.
Haben die Stammgäste früherer Tage schon erleben müssen, wie lieb gewordene Accessoires und Gewohnheiten Stück für Stück verschwanden, im Laufe von Modernisierungs-Maßnahmen, geht nun - vielleicht - auch der Standort verloren. Dort, wo einst beispielsweise Gunter Sachs oder manchmal auch ein echter Scheich Jetons auf die »kleine Serie« oder das »Zero-Spiel« gesetzt haben, wegen der meist großen Einsätze begleitet von einem Raunen der nicht so liquiden Zuschauer, sollen demnächst Akten gestapelt werden. Die Stadt Westerland gedenkt, dort in Zukunft Angestellte unterzubringen, die Bußgeld-Bescheide bearbeiten müssen. Oder so.
Man möchte nach Vorstellungen der Gemeindeverwaltung Sylt die gesamte Verwaltung dort arbeiten lassen, wo ein »Plein«, der Höchstgewinn in jedem Casino, einst den 35-fachen Einsatz garantierte.
Eigentlich sollte das Casino umziehen in eine Gegend, wo über lange Zeit gute Besucherzahlen erzielt worden waren. Eine Filiale des Stammbetriebes, an der Westerländer Kurpromenade, hatte sich nämlich bis zur Schließung vor einigen Jahren großer Beliebtheit erfreut.
An den Strand zurück, diese Vorstellung wäre auch für Bürgermeisterin Petra Reiber eine gute Variante gewesen. »Eine bessere Lösung gibt es nicht«, so Petra Reiber, die einen Umzug der Spielbank in den Café-Bereich des Restaurants »Luzifer« direkt an der Kurpromenade begrüßt hätte.
Doch da hat der Tourismus-Direktor etwas dagegen. Peter Douven, auch Geschäftsführer der Flughafen-GmbH, ein einflussreicher Mensch auf Sylt, befürchtet, dass man den Ausweichort für die »Romadas« verlieren könnte. »Bei schlechtem Wetter konnten wir bisher die Musik am Meer verlegen in die Innenräume des Luzifer, das ginge dann nicht mehr.« Auch schließt er eine Verlegung der Casino-Räume in das Congress Centrum aus, »denn dort muss weiterhin die Möglichkeit gegeben sein, Vorträge abzuhalten«.
Also, wohin mit dem Casino?
Der oberste schleswig-holsteinische Casino-Chef Matthias Hein weiß es auch nicht. Er ist nur erstaunt, dass die Entscheidung der Gemeinde Sylt nicht früher gefallen ist. »Wir haben vor drei Jahren sehr viel Geld investiert in eine Modernisierung. Und jetzt diese völlig neue Situation ...«. Die Unzufriedenheit ist förmlich greifbar, wie auch bei seinem ranghöchsten Mitarbeiter in Westerland. Knut Pauker: »Wir fühlen uns ein wenig überfahren. Aber noch ist noch ja nichts spruchreif.«
Die endgültige Entscheidung will der Gemeinderat Ende des Jahres fällen. »Es wäre sicher hilfreich für alle, wenn man bis dahin noch einen `runden Tisch` in die Wege leiten könnte, der über die verschiedenen Alternativen berät.«
Paukert verweist weiter auf die lange Tradition, die die Spielbank Westerland hat. »Nach dem 2. Weltkrieg waren wir die zweite Spielbank, die in Deutschland aufgemacht hat. Und rund 23.000 Gäste im Jahr, die der Tourismus auf Sylt gut vertragen kann, sind ja auch ein Argument.«
Der technische Leiter geht immer noch von einer Lösung des Problems aus, mit der beide Seiten gut leben könnten. Aber er hebt auch mahnend den Zeigefinger: »Sollte die Geschichte negativ für die Spielbank ausgehen, dann müssen wir natürlich überlegen, ob wir die uns seinerzeit entstandenen Modernisierung-Kosten nicht zumindest teilweise rückfordern können.«
Noch führen ja »alle Wege nach Rom«, das »Quo Vadis« (wohin gehst du ...) stellt sich aber gleichwohl irgendwann.
Vielleicht haben die Leserinnen und Leser ja Lust, sich in die Diskussion einzubringen. Machen Sie uns Vorschläge, wo man das Casino Westerland positionieren könnte. Gebraucht wird eine Fläche von ca. 600 bis 700 Quadratmetern.













