Schwere Sturmschäden
Sylt. Heftige Orkanböen, Regen und Sturmflut: Tief »Andrea« hat zugeschlagen. Die Sturmtiefs der letzten Wochen haben erhebliche Schäden angerichtet. In Kampen wurden die größten Schäden verzeichnet. Das »Rote Kliff« war vom Sturm betroffen, eine fünf Meter hohe Wand aus Sand hat sich davorgeschoben. Das Meer spülte Sandstrand in drei Meter Höhe und circa 100 Meter in der Länge ab. Der Strand hat sich sichtbar verkleinert. Der Sturm hat dem Strand das Gefälle genommen, so dass jedes Hochwasser bis an den Dünenrand strömt. Diverse »Schutzsä-cke« wurden sichtbar: Die Geotextilien, die die Düne vor »Haus Kliffende« schützen sollen, sind freigespült. Die hölzerne Aussichtsplattform wurde wegen der Unterspülung gesperrt. Die Treppe zum Strandpodest hängt dagegen seit längerem in der Luft. Konkrete Gefahr besteht: Kliff und Abbruchkanten könnten abrutschen. Die Strände sind zudem tiefer als zuvor. Das bedeutet, dass bei Flut das Wasser an manchen Stellen bis an die Kliffkanten bzw. an die Sandwand am Strand reicht und Spaziergänger keine Möglichkeit zum Ausweichen mehr haben. Die fünf Meter hohe Sandwand in Kampen ist kaum zu erklimmen.In List gab es zwischen Haupt- und FKK-Strand Abbrüche an den Randdünen.Um Sylt zu schützen, werden seit 1972 jährlich Hundertausende Kubikmeter Sand aufgespült. Allein im vergangen Jahr verteilten die Spülgeräte 954.000 Kubikmeter Sand auf 7,7 Kilometer Strand an der insgesamt 38 Kilometer langen Sylter Westküste. Die Kos-ten lagen bei 5,7 Millionen Euro, von denen 70 Prozent der Bund, 30 Prozent das Land Schleswig-Holstein trägt.Auch in Hörnum im Süden der Insel hat der Sturm Spuren hinterlassen. An der Hörnum Odde sind so gut wie alle Sanddepots weggespült worden. Die Beton-Tetrapoden, die eigentlich die Kliffs und die Steilküste schützen sollen, liegen jetzt mehrere Meter vor der Küste. Größere Küstenschutzmaßnahmen als in den Jahren zuvor sind jetzt gefordert.Die Gefahr des endgültigen Verlustes ist Tatsache: Wenn das »Rote Kliff« unterspült wird, die Erosion durch Regen zunimmt und letztlich abbrö-ckelt, ist der Schaden nicht mehr zu beheben.













