Galerie Herold

Emil Nolde:
Der Meister deutscher Kunst

Unter dem Titel »Badende« gibt es in der aktuellen Ausstellung außergewöhnliche Werke zu entdecken. Im Fokus stehen Arbeiten von Erich Heckel, Ivo Hauptmann, Max Pechstein, Ernst Ludwig Kirchner, Eduard Bargheer, Erich Hartmann, Otto Mueller und Emil Nolde. Wasser ist ein faszinierendes Element: Es ist Lebenselixier, es erfrischt und vergnügt, es kann auch gewaltig sein. Auch auf die Künstler haben Wasser und Baden schon immer eine Faszination ausgeübt. Jeder auf seine eigene Art.

Diese erstklassigen Werke mit Badenden, unterschiedlich dargestellt von den vertretenen Künstlern, ziehen die Besucher der Galerie Herold in ihren Bann. Ein absolutes Kunst-Highlight in der Galerie Herold: Das sind die Werke von Emil Nolde. Er gilt als einer der großen Expressionisten und als einer der besten Aquarellmaler der Welt. Große Kunst – aber nie konventionell. Bereits als junger Maler schloss sich Nolde der »Berliner Secession« an. 1906 trat er auch der Künstlervereinigung »Die Brücke« bei, in der sich exzellente Expressionisten wie Karl Schmitt-Rottluff, Erich Heckel und andere zusammengeschlossen hatten. Vor allem durch diese Begegnung erlangte Nolde seinen eigentlichen Malstil. Unter Verwendung expressiver Farben wird der Stil einfacher, flächiger und formbetonter. Farbe wird zu seinem eigentlichen Ausdrucksmittel. Das Werk Noldes umfasst Gemälde, Pastelle, Aquarelle und Grafiken in verschiedenen Techniken. Mit dem Umschwenken der Kulturpolitik bleibt auch Nolde nicht verschont und wird 1933 als entarteter Künstler ausgestoßen. 1052 seiner Werke werden aus deutschen Museen entfernt, zudem erhält er 1941 Malverbot. In den darauffolgenden Jahren bis zu seinem Tod arbeitet Emil Nolde an vorwiegend kleinformatigen Aquarellen, die er die »Ungemalten Bilder« nennt. Über 1300 Blätter entstehen, Landschaften, Figurenbilder, Blumenstillleben in intensiven leuchtenden Farben.
Emil Nolde stirbt 1956 in Seebüll. Das Atelier- und Wohnhaus wird 1956 als »Stiftung Ada und Emil Nolde« zu einem Museum umgestaltet.