Galerie Rudolf

Karl Schmidt-Rottluff und die Brücke

Es war Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976) als Künstler vergönnt, an seinem malerischen Werk über einen Zeitraum von fast siebzig Jahren zu arbeiten. Es ist als Denkmal der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts zu sehen, denn mit dem deutschen Expressionismus prägte er gemeinsam mit seinen Freunden der Brücke Heckel, Kirchner und Pechstein den Aufbruch der Moderne.

Sein Werk entwickelte sich folgerichtig, litt aber dann durch eine 1933 von den Machthabern gesetzte Zäsur, die ihn in ihrer Terminologie als »entartet« einstuften. Nur wenige Werke entstanden. Dann brach der Zweite Weltkrieg aus und 1943 brannte sein Berliner Atelier. 1945 stand Schmidt-Rottluff dann wie viele vor dem Nichts. Es ist fast als Wunder zu bezeichnen, dass auf dieser Schutthalde sein Werk bald wieder wie eine Blume erblühte und ein reiches Werk entstehen konnte. 1946 übernahm Schmidt-Rottluff neue Pflichten mit einer Professur an der neuen Hochschule für Bildende Künste in Berlin und öffnete für viele junge Künstler nun noch einmal wie in seiner stürmischen Jugend das Tor zu neuen Horizonten. In den Nachkriegsjahren reist er in das Tessin und hielt sich sommers gern an der Ostsee auf. Die Galerie Rudolf im Haus Kampeneck, Hauptstraße 8, zeigt zur Zeit noch weitere besondere Werke von Künstlern der Klassischen Moderne und ist Montag bis Sonnabend von 11 bis 18 Uhr durchgehend geöffnet.