Rainer Fetting in der Galerie Herold

Der Star des Expressionismus

 

Die »Contemporary Show« der Galerie Herold überrascht jetzt mit einer wunderbaren Einzelausstellung mit Werken von Rainer Fetting, einem der wichtigsten Vertreter der sogenannten Norddeutschen Realisten. »Unter dem Titel ›Rainer Fetting – Selected works – Berlin – New York – Sylt‹ wird im Haus Meeresruh ein Querschnitt seiner Werke und kürzlich entstandene Arbeiten präsentiert«, verrät Galerist Patrick Herold. Im wunderbaren Katalog zur Fetting-Ausstellung führt Katharina Marie Herold ein spannendes Interview mit dem  Künstler, den sie bereits vor zehn Jahren durch ihren Vater kennenlernte. »Das Farbspielen der kraftvollen Natur, die Bewegung des Himmels und des Meeres sind treffend wiedergegeben«, kommentiert Katharina Marie Herold. Rainer Fetting kommt jedes Jahr mehrfach zum Malen auf die Insel – besitzt hier ein Atelier mit Meeresblick. In der Galerie Herold in Kampen faszinieren besonders die großformatigen Bilder, die auf Sylt entstanden sind.

Nach einer Tischlerlehre und gleichzeitigem Volontariat als Bühnenbildner an der Landesbühne Niedersachsen studiert Rainer Fetting an der Hochschule der Künste in Berlin bei Prof. Jaenisch. Bereits als Meisterschüler gründet er zusammen mit Helmut Middendorf, Salomé, Bernd Zimmer, Anne Jud und Berthold Schepers die Galerie am Moritzplatz, wo er auch seine ersten Ausstellungen zeigt. Diese Gruppe wird später als »Junge Wilde« bekannt. Neben Figurenbildern und Porträts entstehen Berliner Stadtlandschaften, in denen die Mauer als zentrales Motiv in den Mittelpunkt rückt. Fetting erprobt früh unterschiedliche Bildauffassungen, die stilistisch an den Impressionismus und den Expressionismus angelehnt sind. Ein Stipendium ermöglicht ihm einen Aufenthalt in New York: Fetting ergänzt die bisher primär von einem flächigen gestischen Aufbau geprägten Werke durch eine dynamische Linienführung und wechselt zu einer leuchtenden Farbigkeit über. Rainer Fetting gehört zu den Protagonisten einer Malerei, die Anfang der 1980er Jahre in der Hinwendung zur Gegenständlichkeit, zu kräftiger Farbigkeit und heftigem Pinselduktus zu beobachten ist.