Galerie Rudolf zeigt im 15. Jahr Highlights der Klassischen Moderne

HAP Grieshaber und seine
monumentalen Holzschnitte

Das hier abgebildete Werk stammt von dem berühmten süddeutschen Künstler HAP Grieshaber (1909-1981). Helmut Andreas Paul Grieshaber absolvierte eine Buchdrucker- und Schriftsetzer-Lehre in Reutlingen, anschließend studierte er von 1926 bis 1928 Kalligraphie in Stuttgart und setzte seine Studien in London und Paris fort.

Obwohl Grieshaber mit einem Berufsverbot belegt war, entstand bereits in den 30er Jahren ein beachtliches Holzschnittwerk. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft kehrte er in den Reutlinger Raum (Achalm) zurück und arbeitete als Lehrer. Die große Bedeutung des Grafikers HAP Grieshaber in der Kunst der Nachkriegszeit zeigt die Teilnahme an den ersten drei Documenta-Ausstellungen. Er hat dem deutschen Holzschnitt neue Impulse verliehen. Auch wenn sein Werk in vieler Beziehung zu Arbeiten von Picasso, Klee oder Feininger steht, sah er sich durchaus als einer, der an die mittelalterliche Tradition anknüpft. War doch der Holzschnitt vor allem in der Zeit der Bauernkriege ein wichtiges Verbreitungs- und Propagandamittel. Denn er bezog mit seinen Arbeiten auch Stellung. Er engagierte sich stark für die Menschenrechte und war ein Naturschützer der ersten Stunde.