Mercedes-Benz Windsurf World Cup

Sensationeller Titelkampf

Das Wassersport-Event der Superlative läuft auf Hochtouren, und damit herrscht ein mehrtägiger Ausnahmezustand auf Deutschlands nördlichster Insel. Beim Weltmeisterschafts-Finale wartet auf die geschätzten 200.000 Besucher ein sportliches Feuerwerk, wenn die weltbesten Board-Künstler um den Sieg auf Sylt und die WM-Titel in den Disziplinen Waveriding, Freestyle, Slalom und Foil kämpfen. Mit herausragenden Windbedingungen wurden bereits die ersten Wettfahrten erfolgreich gemeistert. Daneben werden die Zuschauer auf dem Veranstaltungsgelände mit einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm unterhalten. Partys und hochkarätige Live-Konzerte läuten abends die langen World-Cup-Nächte ein.

Erfolgreiches erstes Wochenende des Mega-Events

Bei Sonnenschein und knapp fünf Windstärken eröffneten die Waverider am Freitag die Wettkämpfe beim Mercedes-Benz Windsurf World Cup Sylt. Und gleich in der ersten Runde gab es faustdicke Überraschungen: Der viermalige Weltmeister Philip Köster kam als vergleichsweise schwerer Fahrer mit dem unkonstanten Wind am Brandenburger Strand nicht zurecht und musste sich in seinem Auftakt-Heat dem Franzosen Julien Quentel geschlagen geben. Nach diesem Dämpfer hat der Weltranglistenzweite jedoch noch eine weitere Chance in der Rückrunde. »Es waren einfach nicht meine Bedingungen. Ich konnte die Sprünge nicht wie gewohnt durchziehen und hatte bei meinen Wellenritten einfach keinen Druck im Segel. Aber noch ist nichts verloren. Der Wind soll in den nächsten Tagen sehr viel stärker werden, da kann ich in der Rückrunde Vollgas geben«, erklärte der vierfache Champion nach seinem überraschenden Vorrunden-Aus. Bei den Damen herrschte dagegen eitel Sonnenschein. Zunächst zog Lina Erpenstein aus Kiel nach einer souveränen Vorstellung in das Halbfinale ein. Kurze Zeit später machte ihr die Kielerin Steffi Wahl dieses Kunststück nach. »Die Bedingungen waren schwierig, aber ich habe mich vor allem in der Welle unglaublich wohl gefühlt«, so Wahl nach ihrer tollen Leistung. Lina Erpenstein: »Ich konnte trotz der wechselnden Winde meine Moves voll durchziehen. Jetzt ist vor diesem tollen Publikum ein Podiumsplatz möglich.«

Nach dem spektakulären Auftakt der Wellenreiter am Freitag erlebten die Zuschauer am Sonnabend rasante Rennen. Es wurden die ersten Wettfahrten in der noch jungen Racing-Disziplin Foil gestartet, bei der geringe Windstärken ausreichen, um hohe Geschwindigkeiten zu erzielen. Als bester Deutscher erreichte Malte Reuscher beide Endläufe und liegt insgesamt auf Platz zwölf. Gunnar Asmussen, Sebastian Kördel und Nico Prien konnten sich für ein Finale qualifizieren und liegen auf den Rängen 19, 20 und 26. Am Mittag war bei bis zu sechs Windstärken die Zeit der Slalomfahrer gekommen. Mit knapp 70 Stundenkilometern schossen die Fahrer in der Formel 1 des Windsurfens über fast zwei Meter hohe Wellen und boten den zahlreichen Zuschauern rassigen Rennsport am Brandenburger Strand. Am Sonntag konnten die 137 Teilnehmer aus 32 Nationen eine Pause einlegen. Die für den Vormittag angesetzten Starts in der Disziplin Slalom mussten wegen des unbeständigen Windes immer wieder verschoben werden und wurden dann endgültig abgesagt. Nach den beiden actiongeladenen Eröffnungstagen hatten die Fahrer Zeit, ihr Material zu überprüfen, denn die nächsten Tage werden laut Wettervorhersage höchste Ansprüche an Equipment und Aktive stellen. Die Zuschauer verbrachten einen entspannten World-Cup-Sonntag auf dem Event-Gelände. Sie nutzten die Ruhe vor dem Sturm zum Beach-Shopping, stärkten sich in dem großen Veranstaltungszelt oder an einem der Essstände und kamen mit dem einen oder anderen Windsurf-Profi ins Gespräch. Einer der Publikums-Lieblinge ist nach wie vor Björn Dunkerbeck.

(Foto: HOCH ZWEI/Daniel Reinhardt)