Roma e Toska Cruise / Teil 5

Das Bordtagebuch

Wer dachte, dass wir auf unserer Reise mit der MS Europa von Melbourne nach Hongkong schon so viel erlebt hatten, dass es für ein Dutzend Fahrten reichen würde, der sei gewiss, ich kann noch ein paar Schippen drauflegen. Zum Beispiel Tag 20, Sonntag, den 17. März. Papua-Neuguinea liegt hinter uns und wir feiern die Äquatortaufe. Als erstes wird ein Fisch geküsst, dann ein Hering verschluckt und anschließend werden wir mit Wodka abgefüllt. Einmal schütteln und dann reihen wir uns ein in eine endlose Reihe von Seefahrern seit den Portugiesen, die im 15. Jahrhundert sich Mut antrinken mussten, da sie befürchteten jenseits des Äquators von der Erde zu fallen.
Vor uns liegen die Philippinen, das Land der Hunderte von Insel, »wo Asien ein Lächeln trägt«. Morgens früh machen wir an der Pier von Bohol Island fest. Toska und ich haben einen Tagesausflug gebucht ins Hinterland zu den berühmten Chocolate Hills, die aussehen wie umgedrehte Schokoladeneis-Tüten.

Abends geht es weiter. Eine Cruise ist eine Cruise, Zeit zum Verweilen, die wird man wohl erst wieder zuhause haben. Das nächste spektakuläre Ziel naht: eine einsame Insel im Südchinesischen Meer mit Barbecue, Schnorcheln, Foto­shooting und Sonnenbrand (wer liest auch schon ein ganzes Buch im Schatten der Palmen). Die Crew hat alles aufgefahren: zwei große Grill-Tische mit Lobster, Fischen, Würsten. Dazu Gemüse und Früchte, Eiscreme, Champagner, Wein und natürlich die festlich gedeckten Tische im Sand. Sind wir im Schlaraffenland? Wir sind auf jeden Fall in einer fantastischen Welt der Wunscherfüllung. Mehrere philippinische Tanzgruppen geben ihre Vorführung und so landen wir sogar in den Medien mit unserem schönen Schiff viele 1000 Meilen von Sylt entfernt.
Von nun an heißt es langsam Abschied nehmen. Die letzten Tage lassen sich an einer Hand abzählen. Meine Vorträge über Mode, Stil, Accessoires und, wie eine Kollektion entsteht, sind gehalten. Wir haben Freunde gewonnen und eine neue Anhängerschaft von Roma e Toska. Am Sonntag, den 24. März, laufen wir nach einer stürmischen Nacht in den Hafen von Hongkong. Wieder gleitet die MS Europa fast lautlos durch das Wasser vorbei an einer Metropole, die einer Szenerie aus einem Science-Fiction-Film gleicht. Toska und ich nehmen uns in den Arm und mir kommen fast die Tränen. Was hatten wir nur für eine tolle Zeit! Einen Monat auf See, 6030 Seemeilen (11.060 km) von Australien, Papua-Neuguinea, den Philippinen bis hierhin. 30 Tage im Bordtagebuch von Roma e Toska und Erinnerungen, die ein Leben lang bleiben. Es ist eine teure Reise, die man mit kaum mehr als 300 Gästen teilt. Das ist nur Geld, die Erlebnisse dafür sind unbezahlbar.


Liebe Leser, liebe Freunde,

unsere Insel ist, bedingt durch die aktuellen Maßnahmen,
wieder in den Ruhezustand versetzt worden.
Für uns bedeutet das, dass wir die Produktion bis zum 16. Dezember einstellen werden.

Danach geht es aber wieder mit altem Schwung weiter,
denn Bewohner und Gäste sollen ja weiterhin informiert werden.

Bleibt uns also gewogen und bleibt gesund!

Euer Team von SyltLife