Amtsringreiten

Kultur und Tradition
mit Pferd und Lanze

Wenn alljährlich in den Sommermonaten in Keitum, Archsum und Morsum der sogenannte Galgen errichtet wird, schlägt dort nicht etwa Verbrechern das letzte Stündlein. Das einzige, was am Galgen baumelt, ist ein winziger Messingring. Diesen aus dem Galopp mit einer Lanze aufzuspießen, ist die Aufgabe der Sylter Ring-reiterinnen und Ringreiter. Neun Turniere finden alljährlich im Sommer statt, wobei das Amtsringreiten den saisonalen Höhepunkt darstellt. Acht Ringreiter-Vereine mit über 200 Mitgliedern ermitteln Jahr für Jahr ihre Würdenträger. Wem es gelingt, den Ring als erster zum dritten Mal aufzuspießen, erhält eine der begehrten Würden. In den Vereinen gilt eine strenge Geschlechtertrennung, sodass drei dieser Vereine nur Frauen vorbehalten sind – den »Amazonen«.

Fünf Männerclubs und drei Amazonenriegen ermitteln jedes Jahr ihre Würdenträger beim Ringreiten.

Die Ringreiterturniere haben ihren Ursprung im 14. Jahrhundert, in manchen Orten erhielten die Pferdeknechte von ihren Fürsten und Gutsbesitzern pro Jahr einen freien Tag und ein Pferd zur Verfügung gestellt, damit sie sich am Ringreiten beteiligen konnten. Am Sonntag, den 25. August, wird es in Sachen Ringreiten nochmal spannend. Dann treffen die besten Sylter Ringreiter beim Amtsringreiten aller Vereine aufeinander. Los geht es am Sonntag um 13 Uhr auf der Wiese hinter dem Muasem Hüs. Nach 18 Uhr findet die große Siegerehrung statt. Und auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Sylter und Gäste lassen sich dieses Ereignis nicht entgehen und feuern die Ring-reiter vor Ort ordentlich an.